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GratisDer Specht
Ellen C. Babbitt
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Kapitler
Der Specht
Es war einmal ein Hirsch, der lebte in einem Wald nahe einem See. Nicht weit von demselben See hatte ein Specht sein Nest im Wipfel eines Baumes, und in dem See lebte eine Schildkröte. Die drei waren Freunde und lebten glücklich miteinander.
Eines Tages sah ein Jäger, der durch die Wälder streifte, die Fußspuren des Hirsches am Ufer des Sees. »Ich muss den Hirsch fangen, wenn er hinuntergeht, um zu trinken«, sagte der Jäger. Er stellte eine starke Lederfalle auf und ging davon.
In jener Nacht, als der Hirsch trinken ging, geriet er in die Falle. Er schrie in seiner Not auf. Sofort flog der Specht von seinem Baumwipfel herab, und die Schildkröte kam aus dem Wasser, um zu sehen, was sie tun könnten.
»Freund Schildkröte«, sagte der Specht, »du hast Zähne; zernage die Lederfalle. Ich werde zum Haus des Jägers fliegen und ihn fernhalten. Wenn wir beide unser Bestes tun, wird unser Freund nicht sein Leben verlieren.«
So begann die Schildkröte, das Leder zu kauen, und der Specht flog zum Haus des Jägers.
Bei Tagesanbruch kam der Jäger, das Messer in der Hand, zur Vordertür seines Hauses.

Der Specht, mit den Flügeln schlagend, flog auf den Jäger zu und stieß ihm ins Gesicht.

Der Jäger kehrte ins Haus zurück und legte sich eine Weile nieder. Dann stand er wieder auf, nahm sein Messer und sprach zu sich selbst: »Als ich zur Vordertür hinausging, flog mir ein Vogel ins Gesicht. Nun werde ich zur Hintertür hinausgehen.« So tat er.
Der Specht dachte: »Der Jäger ging vorher zur Vordertür hinaus, also wird er nun zur Hintertür hinausgehen.« So setzte sie sich auf einen Baum nahe der Hintertür. Als der Jäger herauskam, flog der Vogel ihn wieder an, schlug mit den Flügeln in sein Gesicht. Wieder kehrte der Jäger um und legte sich nieder.
Als die Sonne aufging, nahm der Jäger sein Messer und brach erneut auf. Diesmal flog der Specht so schnell er konnte zu seinen Freunden zurück und rief: »Da kommt der Jäger!«
Inzwischen hatte die Schildkröte die Falle bis auf ein Stück durchgenagt. Das Leder war so hart, dass ihre Zähne schmerzten, als würden sie ausfallen, und ihr Mund war mit Blut bedeckt. Der Hirsch hörte den Specht und sah den Jäger kommen, das Messer in der Hand. Mit einem kräftigen Ruck zerbrach der Hirsch das letzte Stück der Falle und lief in den Wald. Der Specht flog zu seinem Nest hinauf. Aber die Schildkröte war zu schwach, um zu entkommen. Sie blieb liegen, wo sie war. Der Jäger hob sie auf, warf sie in einen Sack und band ihn an einen Baum.
Der Hirsch sah, dass die Schildkröte gefangen war, und beschloss, seinen Freund zu retten. Er ließ sich vom Jäger sehen. Der Jäger ergriff sein Messer und jagte dem Hirsch nach. Der Hirsch, der gerade außer Reichweite blieb, führte den Jäger tief in den Wald. Als der Hirsch sah, dass sie weit hinein waren, entwischte er und lief schnell auf einem anderen Pfad zurück zu dem Ort, wo er die Schildkröte zurückgelassen hatte.
Aber die Schildkröte war nicht dort. Der Hirsch rief: »Schildkröte, Schildkröte!« Die Schildkröte antwortete: »Hier bin ich, in einem Sack, der an diesem Baum hängt.« Der Hirsch hob den Sack mit seinem Geweih, warf ihn zu Boden, riss ihn auf und ließ die Schildkröte heraus.
Der Specht flog von seinem Nest herab. Der Hirsch sagte zu ihnen: »Ihr zwei Freunde habt mein Leben gerettet. Aber wenn wir hier bleiben und reden, wird der Jäger uns finden, und wir könnten nicht entkommen. Also, Freund Specht, flieg davon. Freund Schildkröte, tauche ins Wasser. Ich werde mich im Wald verstecken.«
Der Jäger kam tatsächlich zurück, aber er konnte den Hirsch, die Schildkröte oder den Specht nicht finden. Er fand seinen zerrissenen Sack, hob ihn auf und kehrte nach Hause zurück.
Die drei Freunde lebten für den Rest ihres Lebens glücklich miteinander.

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